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Samu-Praxis


„Samu ist die tägliche Arbeit im Dienste der Gemeinschaft. Ein sehr schöner Ausdruck von Dana Paramita (die buddhistische Praxis  der Gabe und der Selbstlosigkeit) ... was auch immer unsere Aufgabe sei. Samu ist auch der Ausdruck der Sangha (die Gemeinschaft der Praktizierenden),  wie die vielen Wassertropfen, welche den Ozean ausmachen.“                                    Meister Wang-Genh

 

Samu im Zen-Zentrum von Straßburg

Das buddhistische Zen-Zentrum wird vollständig getragen von den freiwilligen Tätigkeiten der Praktizierenden. Einige kümmern sich um das Sekretariat, um die Buchhaltung, um die Kommunikation, um Putzarbeiten ... Alle diese Arbeiten werden als gleichwertig betrachtet und haben den gleichen Wert der Gabe für die Gemeinschaft.

Die Liste der verschiedenen Samu-Aufgaben und der dafür verantwortlichen Personen ist ausgehängt im Eingang des Zentrums; eine lange und schöne Liste mit zahlreichen engagierten Personen!

 

 

Wenn auch Sie am Samu teilnehmen wollen, können Sie das tun, indem Sie mittwochs, freitags und samstags am Nachmittag oder sonntags am Vormittag ins Zentrum kommen (informieren Sie sich per Mail: strasbourg@meditation-zen.org oder telefonisch 03 88 75 06 50). Jemand wird da sein, um Sie zu empfangen und Ihnen die zu erledigende Arbeit zu erklären.

 

Jedes Trimester finden Vormittage von Samu-Praxis statt. Sie finden die nächsten Daten unter der Rubrik „Kalender“. Bei dieser Gelegenheit erledigen die Teilnehmenden Mal-, Reinigungs- und Reparaturarbeiten. Als Abschluss findet jeweils ein gemeinsames Essen statt: Eine schöne Gelegenheit, sich kennenzulernen und Austausch über die Praxis zu haben.

 

Samu im Zen-Buddhismus - Rückblick in die Geschichte...

(von Florent Hogen)


Im frühen Buddhismus in Indien kamen die Mönche und Nonnen durch Betteln für ihren eigenen Lebenserhalt auf. Später, in China, wurden die Chan-Klöster autonomer. Damals kam das Samu auf, das man meist mit "Handarbeit" übersetzt.

Der Zen-Meister Hyakujo Ekai (720-814) verfasste die ersten Klosterregeln, die im Zen noch heute eine Rolle spielen: im Mittelpunkt stehen das Samu und die Eigenversorgung der Gemeinschaft. Die auf Indien zurückgehende Praxis des Bettelns wurde zu Ausbildungszwecken aufrechterhalten, aber für das materielle Auskommen sorgten die Mönche nun selbst.

 

"Ein Tag ohne Arbeit ist ein Tag ohne Essen" war das Motto von Hyakujo, das man noch heute in den chinesischen Tempeln lesen kann. Er selbst hielt sich streng daran. Eines Tages, er war schon alt, hatten seine Schüler sein Werkzeug versteckt, damit er sich ausruhen könne. Daraufhin weigerte er sich zu essen.                      

Im 9. Jahrhundert in China wurden die anderen buddhistischen Schulen verfolgt und ihre Tempel geplündert. Die Chan-Tempel kamen ungeschoren davon, weil sie isoliert lagen, keine Reichtümer besaßen, Landwirtschaft betrieben und dank des Samu weitestgehend selbst für ihren Lebensunterhalt aufkamen.

 

Der Geist des Samu heute                        
 Im japanischen Zen versorgen sich die Tempel weiterhin selbst. Das Samu ist vollkommen Teil der Praxis. Bei allen Aktivitäten des täglichen Lebens bewahrt man den von Zazen (Zen-Meditation) ausgehenden konzentrierten Geist. Alles wird Praxis und es gibt keine Trennung mehr zwischen der Meditation und den anderen Aktivitäten. Die Gründung der Tempel und Dojos verdankt sich oft der Energie und dem Engagement, also dem Samu der Praktizierenden. Alle Aktivitäten dort sind Samu: die Mahlzeiten zubereiten, Gartenarbeit, Baumaßnahmen, Reparaturen, Einkäufe, Buchhaltung, Veranstaltungen organisieren usw.       
Das Samu ist das heilige Werk für die Gemeinschaft. Es wird dann eine Praxis wie Zazen oder das Kesa-Nähen (Kleidung der Ordinierten) und trägt dazu bei, den Geist des Erwachens, den altruistischen Geist hervorzurufen. Samu und Zazen sind friedvolle und bereichernde Tätigkeiten, die dem Weg einen weiteren Pflasterstein hinzufügen, für sich und für die anderen. Eine natürliche und spirituelle Freude entspringt  dieser Praxis.

Samu machen bedeutet im Haus Buddhas zu wirken.